Manchmal müssen in der Tennisbundesliga ungewöhnliche logistische Maßnahmen erfolgen, damit die Bocholter Spielerinnen pünktlich zum Einsatz kommen. Und dies kostet zuweilen richtig Nerven. Für diesbezügliche Beruhigung sorgt seit Beginn dieser Saison des amtierenden Vizemeisters TC Blau-Weiß WattExtra Bocholt Helmut Giesers, seines Zeichens Stahlbau-Unternehmer in Bocholt und (Freizeit-)Flieger.
Der Bocholter verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen, wie er sagt, und hilft den Tennisprofidamen in dieser Saison flugs aus der Patsche, wenn es um schnelle Einsätze geht.
Der Pressedienst des TC WattExtra hat einmal das Protokoll eines Einsatzes für die Bocholterin Ekaterina Ivanova vor dem mit 7:2 gewonnenen Bundesligamatch gegen den TC ZWS Moers aufgezeichnet.
Die 23-jährige kampfstarke, sympathische Russin spielte am Samstag vor dem Spielt bei einem Turnier im italienischen Regio ab 17 Uhr drei Stunden lang gegen ihre Klubkameradin Anastasiya Yakimova und verlor. Dann setzte sie sich um 22 Uhr in den Zug von Regio nach Mailand, war um 1 Uhr in einem Hotel am Airport.
Um 5 Uhr am Spieltag gegen Moers klingelte der Wecker im Hotel, um 6.50 Uhr war Abflug in Mailand nach Frankfurt am Main. Landung um 8.05 Uhr, mit dem Taxi ging es weiter zum Helikopter-Flughafen nach Egersbach. Dort wartete Helmut Giesers bereits, der die Tennisspielerin aufnahm und mit seinem Hubschrauber nach Bocholt flog. Dort landete der Bocholter Tennisexpress um 10.15 Uhr, und Tennisfan Christian Tekaath brachte die WattExtra-Spielerin zur TC-Blau-Weiß-Anlage zum Bocholter Stadtwald, wo Ivanova pünktlich eine halbe Stunde vor Spielbeginn gegen 10.30 Uhr eintraf. Die Weltranglisten-156. schlug sich kurz ein, nahm an der Mannschaftsvorstellung teil, stand ab 11 Uhr gegen Michaela Honcova vom TC Moers auf dem Bahia-Court und gewann in drei Sätzen mit 3:6, 6:1, 10:7. Punktgenaue Landung eines ganz normalen Tennistages